Angst verlassen zu werden – was tun?

Angst verlassen zu werden und Eifersucht treffen nahezu jeden Liebenden einmal. Ein wenig Selbstzweifel, Zeiten, in denen man die hübsche, neue Kollegin oder Kollegen misstrauisch beäugt, sind ganz normal. Doch das kann auch anders sein. Eifersucht kann zur Geißel einer Beziehung werden und zu deren Ende führen. Verlustängste können für Verzweiflung und durchwachte Nächte sorgen und durch ständige Grübeleien die Lebensqualität ernsthaft beeinträchtigen. Aber wo ist die Grenze zwischen Normalität und krankhaftem Verhalten?

Was zeichnet krankhafte Verlustangst aus?

In vielen Beziehungen gibt es irgendwann, ob mit oder ohne Grund, Eifersucht oder Angst den Partner oder die Partnerin zu verlieren. Am Anfang kann sich Unsicherheit aus vergangenen Beziehungen ergeben, die vielleicht doch noch nicht so abgeschlossen scheinen, wie man sich wünscht. Später schleicht sich möglicherweise Routine ein, andere Frauen oder Männer wirken plötzlich attraktiver als man selbst. Alle diese Phasen können vorkommen und bewegen sich in den meisten Fällen in einem normalen Rahmen.

Anders sieht es aus, wenn andauernde, unbegründete Eifersucht Teil des Beziehungsalltags geworden ist. Diese tritt möglicherweise völlig unabhängig von realistischen Ereignissen auf oder aber es genügen Kleinigkeiten um sie zu provozieren. Häufig ist es die Fantasie, die großen Schaden und viel Angst anrichtet. Die Reizschwelle ist extrem niedrig, schon ein falscher Blick, eine Unpünktlichkeit können zu erheblichen Vorwürfen und Streitigkeiten führen. Vor dem geistigen Auge des Eifersüchtigen läuft ein Film ab, der den Betrug beängstigend realistisch zeigt. Diese Fantasien werden oft eins zu eins auf die Wirklichkeit übertragen und dem Partner oder der Partnerin übergestülpt.

Dabei ist dem oder der Betroffenen nicht zu vermitteln, dass seine oder ihre Reaktion sich nicht mehr im normalen Rahmen bewegt. Es kommt zu regelrechten Dramen, Beziehungsabbrüchen und, im Extremfall, sogar zu Verbrechen. Hegt man den Verdacht, dass die Angst verlassen zu werden bei sich selbst oder dem Partner beziehungsweise der Partnerin, pathologische Maßstäbe angenommen hat, ist es wichtig sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Krankhafte Eifersucht gehört zur Diagnosegruppe Süchte und Abhängigkeiten und gehört in professionelle Hände. Wenn du selber oder dein Partner oder Partnerin betroffen sind, nimm professionelle Hilfe in Anspruch.

Krankhafte Eifersucht: Warnsignale

  • Macht es Dich nervös, wenn dein Partner oder Partnerin alleine außer Haus geht?
  • Durchsuchst du Taschen, den Computer und das Handy nach Beweisen?
  • Prüfst, kontrollierst und testest du deinen Partner oder Partnerin permanent?
  • Bist du gelegentlich innerlich wütend, verletzt oder traurig, wenn dein Partner oder Partnerin mit jemandem anderen spricht oder lacht?
  • Beobachtest du permanent mit Adleraugen deinen Partner oder Partnerin und hälst Ausschau nach Signalen für Untreue?
  • Du möchtest am liebsten deinen Partner oder Partnerin nur für dich haben und von andern isolieren?
  • Machst du deinem Partner oder Partnerin oft Vorwürfe, man würde dich betrügen oder andere attraktiver finden?

(Quelle: Dr. Rolf Merkel, Eifersucht: Vertrauen lernen-die Angst nicht geliebt zu werden, überwinden, 2013)

Woher kommt Angst verlassen zu werden?

Die Ursachen für Verlustängste sind häufig in der Vergangenheit zu suchen. Das kann eine als Kind schmerzhaft erlebte Scheidung sein, nach der das Kind vernachlässigt wurde. Auch frühere Beziehungen, die mit Betrug oder einer sehr unschönen Trennung einhergegangen sind, können dazu beitragen Ängste und Eifersucht zu entwickeln. Die vergangenen Situationen wurden dabei oft als so qualvoll und die eigene Person als so ohnmächtig wahrgenommen, dass nun alles getan wird, um die Kontrolle zu behalten. Dass erst dadurch Konflikte entstehen, die sonst nicht aufgetreten wären, ist den Betroffenen häufig nicht begreiflich zu machen.

Ein weiterer Grund für Eifersucht und Verlustangst liegt in mangelnden Selbstbewusstsein begründet. In diesem Fall fühlen sich die Betroffenen im Grunde nicht wertvoll genug für ihren Partner oder ihre Partnerin und warten nur darauf, dass auch dieser oder diese das herausfindet. Dabei rechnen sie unweigerlich damit früher oder später verlassen zu werden und suchen nur nach möglichen Vorzeichen der befürchteten Tragödie.

Wen betrifft Verlustangst?

An krankhafter Verlustangst und Eifersucht können im Prinzip Menschen jeden Geschlechts und Alters leiden, unabhängig davon, ob sie in einer frischen und losen Beziehung leben oder seit 30 Jahren verheiratet sind. Immerhin geben in einer statistischen Befragung (Statista). 44% der Männer und 31% der Frauen an, dass sie aus Eifersucht schon einmal eine Beziehung beendet haben. 5% der Männer und 4% der Frauen sind sogar schon einmal tätlich geworden. Es handelt sich also nicht etwa um ein seltenes Phänomen. Interessant ist auch die Definition von Eifersucht auf Wikipedia, die unterschiedliche Ursachen für Eifersucht bei den Geschlechtern aufzeigt.

Wie gehe ich mit der Verlustangst meines Partners oder Eifersucht um?

Im Gegensatz zu dem, was viele glauben, hilft es nicht die Kontrollwünsche des Betroffenen zu bedienen. Denn egal wie oft du deinen Partner gestattest das Handy oder die Emails zu kontrollieren, oder ihm ein Hinterherspionieren verzeihst, seine Eifersucht bessert sich nicht. Da äußere Umstände zumeist nur wenig mit der Gefühlslage des Partners oder der Partnerin zu tun haben, kann diese auch nicht durch solche Versuche verbessert werden. Stattdessen kann versucht werden, wie bereits oben beschrieben, das Selbstbewusstsein des Partners oder Partnerin zu stärken.

Angst verlassen zu werden

Angst verlassen zu werden

Wie gehe ich mit meiner eigenen Verlustangst oder Eifersucht um?

Vielleicht versucht dein Partner oder deine Partnerin schon länger dir mitzuteilen, dass er oder sie unter Ihrer Eifersucht leidet. Oder du hast selbst den Verdacht, dass sich deine Angst verlassen zu werden außerhalb der Norm bewegt. Dann solltest du dir selbst eine Reihe von Fragen stellen:

  • Leidet meine Beziehung unter Ihrer Eifersucht?
  • Liege ich oft wach oder denke tagsüber häufig daran, dass ich meinen Partner verlieren kann?
  • Bin ich bereits handgreiflich geworden oder haben Dinge aufgrund meiner Eifersucht zerstört?
  • Verbringen ich nur noch Zeit mit meinem Partner oder allein (d.h. keine Zeit mehr mit Freunden oder Hobbys oder wenn doch, denke ich dabei überwiegend an meinen Partner)?

Wenn du eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, ist es sehr wahrscheinlich, dass deine Eifersucht und Angst verlassen zu werden problematische Ausmaße angenommen haben. Zunächst kannst du erst mal selbst versuchen dem entgegenzuwirken.

Dazu ist es wichtig, dass du zunächst mit deinem Partner oder Partnerin über deine Sorgen und Ängste sprichst, damit dein ungewöhnliches Verhalten nachvollziehbar ist. Erzähle auch, welche Situationen in der Vergangenheit vielleicht zu deinen Schwierigkeiten geführt haben könnte. Versuche jedoch nicht mit diesen Dingen deinen Partner oder Partnerin zu erpressen! Sofern es keinen konkreten und objektiv nachvollziehbaren Grund für deine Gefühle gibt, muss dir bewusst sein, dass es sich um dein Problem handelt – das kann dein Partner nicht an deiner Stelle lösen. Versuche dich zu beruhigen, wenn du merkst, dass deine Emotionen die Oberhand gewinnen. Bemühe dich um ein wenig Distanz zu der Situation und probiere einmal, diese zu beurteilen als handele es sich um fremde Personen. Im Artikel: Eifersucht: 4 Tipps was du dagegen tun kannst, sind 4 konkrete Schritte aufgeführt, die helfen können die Eifersucht in den Griff zu bekommen.

Sehe außerdem dein eigenes Leben an: Gibt es Zeiten, die nur dir allein gehören? Das kann eine Freizeitbeschäftigung oder ein sozialer Kreis sein. Wichtig ist, dass dein seelisches Wohlbefinden nicht vollständig von deiner Beziehung abhängig ist. Sich selbst lieben lernen ist die Grundlage einer jeden Liebesbeziehung und muss manchmal erst erlernt werden.

Was dein Selbstbewusstsein stärkt, kann auch zu mehr Harmonie zwischen dir und deinem Partner führen. Wege das Selbstbewusstsein zu stärken, gibt es viele. Welcher der passende ist, muss individuell angeschaut werden.

FMS - Sara_Peter_MichalikÜber den Autor: 

Peter Michalik ist dipl. Familien, Paar- und Eheberater IKP mit eigener Praxis in Aarau in der Schweiz. Auf dem Blog www.beziehungs-abc.de schreibt er zusammen mit seiner Frau Sara zum Thema „glückliche Beziehungen“. Auf diesem Blog findest Du Schritt für Schritt Anleitungen zu Selbstreflexion, Medienempfehlungen und hilfreiche Downloads im der DruckBAR.

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